Chronik



Die Metzgerei Schürmer in Ipsheim kann auf eine über 300-jährige Tradition zurückblicken. Von Generation zu Generation führten Metzgermeister den Familienbetrieb weiter. Zwar wurde einmal der Besitz gewechselt, doch die Metzgerei blieb durch 3 Jahrhunderte hindurch fest in den Händen der Söhne (und Töchter!) der Familie.


Als Stammvater des heutigen Betriebs kann Conrad Deyer (1662 - 1745) betrachtet werden. Er wurde erstmals im Jahre 1705 als "Bürger und Bankmetzger in Ipsheim" urkundlich bei der Geburt seines vierten Kindes nachgewiesen. Im Gegensatz zu den "gewöhnlichen" Metzgern, die nur für Hausschlachtungen zuständig waren, war es dem Bankmetzger erlaubt, seine Fleischwaren "über die Bank", also über den Ladentisch, zu verkaufen. Für diese Art des Geschäfts war eine besondere Konzession erforderlich.


Martin Albrecht Deyer (1705 - 1771), einziger Sohn des Conrad Deyer, der in den Taufeinträgen seiner 10 Kinder stets respektvoll "Bürger und Meister Bankmetzger allhier" tituliert wurde, erwarb etwa 1740 in der heutigen Raiffeisenstraße ein Anwesen. Er stirbt am 08. November 1771 als "wohlhabender Bürger".


Johann Karl Deyer (1740 - 1836), Metzgermeister, führte die elterliche Bankmetzgerei weiter und übergab sie seinem Sohn, Johann Veit Deyer, Gastwirt, Bierbrauer und Metzger in Ipsheim, Eigentümer der Gastwirtschaft "Zum goldenen Hirschen", dem ein trauriges Schicksal beschieden war. 1792 kam die Markgrafschaft Ansbach/Bayreuth und damit auch Ipsheim zu Preußen. So wurde auch dieses Gebiet in die Kämpfe zwischen Frankreich und Preußen hineingezogen. Kurz vor der entscheidenden Niederlage Preußen gegen Napoleon in der Schlacht bei Jena und Auerstedt kam eine französische Abteilung nach Ipsheim, um Pferde zu requirieren. Offenbar waren die Bauern Leonhard Rückert und Georg Zeller nicht bereit, sich so ohne weiteres von ihren Tieren zu trennen. Ihre Standhaftigkeit mussten die beiden allerdings mit dem Leben bezahlen - sie wurden von den Franzosen erschossen. Es gab großen Aufruhr im Dorf, die Sturmglocke wurde geläutet und die Franzosen mussten sich zunächst zurückziehen. Sie kamen aber am nächsten Tag zurück und erschossen auch noch den Gastwirt Veit Deyer, weil er ihnen nicht verraten wollte, wer die Sturmglocke geläutet hatte. Eine Gedenktafel, die sich im Besitz der Familie Kreiselmeyer befindet, erinnert an diesen Vorfall.


Der Sohn des Veit Deyer, Johann Georg Deyer (1798 - 1853), führte den elterlichen Betrieb weiter und überließ ihn dann seinem Sohn Johann Leonhard Deyer (1827-1910), Metzger, Gastwirt und Bierbrauer auf der Gastwirtschaft "Zum goldenen Hirschen". Johann Andreas Deyer, 1. Sohn von Leonhard Deyer (1849 - ca. l922), kaufte das jetzige Anwesen Schürmer und eröffnete dort eine Metzgerei.


Seine Tochter Christiane Deyer (1890-1961) führte den Betrieb zusammen mit ihrem Bruder Ludwig Deyer weiter, heiratete Phillipp Herbolsheimer aus Oberndorf, der erst dann noch das Metzgerhandwerk erlernte und die Meisterprüfung ablegte. Die Gastwirtschaft wurde von der Familie Deyer nicht mehr weitergeführt.


Die Tochter von Christiane Deyer und Phillipp Herbolsheimer, Anni Herbolsheimer, heiratete den Metzgermeister Hans Schürmer aus Kaubenheim und führten von nun an den elterlichen Betrieb als "Metzgerei Schürmer" weiter.


Am l. Januar 1973 übernahm deren ältester Sohn Willi Schürmer zusammen mit seiner Ehefrau Marianne die Betriebsleitung. Vater, Sohn und ein Geselle erledigten die anfallenden Arbeiten. Bald aber stellte sich heraus, dass eine Vergrößerung des Betriebs unbedingt erforderlich war. Betriebserweiterung und Modernisierung der Einrichtung gingen Hand in Hand.
1977 wurde die Metzgerei von Grund auf umgebaut. Modernste Maschinen wurden angeschafft, die einen reibungslosen Betriebsablauf garantierten.. Das Landengeschäft hatte sich so gut entwickelt, dass 1979 der Laden umgebaut und modernisiert werden musste. Elektronische Waagen und Kassen garantieren seitdem für Genauigkeit, während in einer modernen Kühltheke die Ware appetitlich angeboten werden konnte.
Einen großen Schritt nach vorne bedeutete für die Firma 1998 der Neubau des Ladengeschäfts in der Kleibäckerstraße und der spätere Anbau der neuen Produktionsstätte am gleichen Ort.
Im Jahre 1999 legte der Sohn Gerd seine Meisterprüfung im Metzgerhandwerk unter 48 Metzgermeistern als Lehrgangsbester mit "Doppel-Eins" ab und erhielt hierfür den Bayerischen Staatspreis.


Am 29. 11. 2001 eröffnete man eine Filiale im Handelshof Bad Windsheim, so dass seit dem auch in der Nachbarstadt die hauseigenen Spezialitäten erhältlich sind.


Seit 1. 1. 2003 leitet nun Gerd Schürmer zusammen mit seiner Ehefrau Diana die Geschicke der jetzigen Firma. Heute beschäftigt der Betrieb insgesamt viele Fachkräfte, die die lange Tradition der Metzgerei Schürmer erfolgreich fortführen helfen. So ist die Metzgerei Schürmer einer der ältesten und traditionsreichsten Handwerksbetriebe in Mittelfranken.